Gregor Sander

Tag Archive

Lesemonat
Oktober 2019

Spät, aber er kommt : mein Leserückblick für den Monat Oktober. Aktuell lese ich immer noch viel und kann mich bezogen auf meine Lesestatistik kaum beklagen. Meine Blogbeiträge aber muss ich seit Wochen konsequent planen, damit meine gelesenen Bücher rezensiert werden und auch andere Posts Anwendung finden können. Das liegt daran, dass mein Privatleben mir gerade Einiges abverlangt. Hier kommen aber nun meine Oktoberbücher. Elf an der Zahl.

Gelesene Bücher im Oktober

Gregor Sander – Alles richtig gemacht ★★★
Marie Droléans – Auf leisen Sohlen durch die Nacht ★★★★★
Angelika Klüssendorf – Das Mädchen ★★★★★
Angelika Klüssendorf – April ★★★★★

Angelika Klüssendorf – Jahre später ★★★★★
Heidi Benneckenstein – Ein deutsches Mädchen ★★★★
Fuminori Nakamura – Der Revolver ★★
Yumi Shimokawara – Eine Sternschnuppe im Schnee ★★★★★
Kat Menschik – Die Puppe im Grase ★★★★

Im Oktober habe ich neun Bücher gelesen. Darunter waren ganze acht Rezensionsexemplare, sodass ich meinen SuB ordentlich abbauen konnte. Drei Bücher habe ich selbst gekauft. 1534 Seiten habe ich gelesen und im Schnitt dafür 2,8 Tage gebraucht. Durchschnittlich habe ich 3,8 Sterne vergeben. Für mich ein doch erfolgreicher Monat. Ich danke den Verlagen Diogenes, Kiepenheuer und Witsch / Tropen, Orell Füssli, Gerstenberg, Penguin und Galiani Berlin für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare.


Was habt ihr im Oktober gelesen?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

Gregor Sander
Alles richtig gemacht

*Rezensionsexemplar.

Alles richtig gemacht ist ein Roman des Autoren Gregor Sander. Erschienen ist das Buch 2019 im Penguin-Verlag. Sander erzählt von einer Männer-Freundschaft, die in der damaligen DDR beginnt, die aufregende Zeit der Wiedervereinigung durchlebt und irgendwann für einige Zeit zum Stillstand kommt, bis beide wieder aufeinander treffen.

Thomas und Daniel stammen ursprünglich aus Rostock. Nach der Wende verschlägt es beide nach Berlin, wo sie auch in einer gemeinsamen Wohnung leben. Immer wieder aber trennen sich die Wege beider Männer, bis sie sich dann doch wieder kreuzen. Erzählt wird die Geschichte aus Thomas´Sicht. Geschichtliche Ereignisse wie der Terroranschlag 2001 auf das World Trade Center, der G8-Gipfel 2008 in Heiligendamm oder die Aufmärsche der rechten Szene in den Neunziger Jahren, helfen dem Leser sich zeitlich zu orientieren.

Sander beschreibt die Zeiten des Wandels sowohl im historischen, als auch auf seine Protagonisten übertragenen Sinn. Das Ende der DDR ist nah, als Thomas und Daniel sich kennen lernen. Handlungsorte und Lebensgefühl werden durch Sander realistisch und nachvollziehbar vermittelt. Die tiefe Freundschaft seiner Figuren arbeitet der Autor detailreich aus, sodass der Leser einen Eindruck der Intensität bekommt.

Der Fall der Mauer und die damit einhergehenden Veränderungen schildert Sander sachlich und informativ. Für die Handlung selbst und um die Figuren im Ganzen zu begreifen, ist dieser geschichtliche Aspekt nicht ganz unrelevant. Die humorvolle Erzählweise des Autoren macht es leicht, das Buch zu lesen, auch weil sich Sander nicht an Belanglosigkeiten aufhält. Die Figuren blieben für mich bis zum Ende leider zu sehr im Dunkeln. So hätte ich z.B. gern mehr über die aktuellen Umstände von Thomas´Beziehung erfahren und gewusst, was genau in Daniel´s Vergangenheit passiert ist.

Den leichten Schreibstil, der viel Amüsanz birgt, ist sehr gelungen. Das stimmungsvolle und aus meiner Sicht sehr passende Cover, ein echter Hingucker. Ich mag den historischen Hintergrund, der in der Geschichte eine tragende Rolle spielt und auch als Berlinerin fand ich es durchaus spannend, mir die eigene Stadt in anderen Zeiten vorzustellen und viele bekannte Orte literarisch wieder zu entdecken. Leider blieb für mich am Ende vieles offen, was möglicherweise beabsichtigt war, mich aber zu neugierig zurück ließ.

Gregor Sander wurde 1968 in Schwerin geboren. Zunächst machte er Ausbildungen zum Schlosser und Krankenpfleger, ehe er drei Semester Medizin studierte und anschließend mehrere Semester Germanistik und Geschichte. Danach besuchte er die Berliner Journalistenschule. 2002 begann seine literarische Laufbahn. Sander lebt als freier Autor in Berlin.

★ ★ ★


Gregor Sander: Alles richtig gemacht. Roman. Penguin Verlag bei Randomhouse, München 2019. 240 Seiten. 20€.