Freundschaft

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Yumi Shimokawara
Eine Sternschnuppe im Schnee

*Rezensionsexemplar.

Das Kinderbuch Eine Sternschnuppe im Schnee von Yumi Shimokawara erzählt von einer tierischen Freundschaft und dem Zauber einer Sternschnuppe. Erschienen ist das Buch im Altlanis-Verlag im Herbst 2019.

Die Maus vermisst ihren Freund, den Maulwurf. Als sie eine Sternschnuppe am Himmel erblickt, wünscht sie sich ein Wiedersehen mit ihrem besten Freund. Am folgenden Tag entdeckt sie dann eine mysteriöse Spur im Schnee, die ihr Rätsel aufgibt und sie neugierig macht. Gemeinsam mit dem Hasen, dem Wolf, dem Eichhörnchen, dem Wildschwein, dem Bären und dem Waschbär möchte sie herausfinden, was es mit dieser Spur auf sich hat.

„Was hast du dir denn gewünscht?“, fragte die Maus.

Der Maulwurf lächelte geheimnisvoll und sagte dann „dass wir uns bald sehen“.

Seite 30

Die Illustrationen sind von der Autorin sehr liebevoll gestaltet. Das Thema der Geschichte, nämlich Freundschaft, wird den Kleinen auf kindgerechte und anschauliche Weise vermittelt. Durch Entdeckerfreude und Teamgeist gelingt es den Waldtieren nicht nur herauszufinden, wo der Maulwurf steckt.

Bei der Auswahl an Büchern für Kinder, erwische ich mich häufig dabei, jene auszuwählen, deren Protagonisten Tiere sind. Die Erzählungen sind oft so herzerwärmend und einprägsam, dass die Geschichten noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine Sternschnuppe im Schnee ist ein magisches Kinderbuch über den Wert von Freundschaft, abgerundet durch farbenfrohe, naturalistische Tier-Abbildungen.

Yumi Shimokawara wurde in Japan geboren. Sie studierte japanische Literatur und absolvierte einen Illustrationsfernkurs. Ihr erstes Bilderbuch mit eigenem Text erschien 2018.

★ ★ ★ ★ ★


Yumi Shimokawara: Eine Sternschnuppe im Schnee. Kinderbuch. Hoshi wo Sagashini. Aus dem Japanischen von Gwendolin Peer. Atlantis Verlag / Orell Füssli, Zürich 2019. 32 Seiten. Bunt illustriert. 14.95€.

Gregor Sander
Alles richtig gemacht

*Rezensionsexemplar.

Alles richtig gemacht ist ein Roman des Autoren Gregor Sander. Erschienen ist das Buch 2019 im Penguin-Verlag. Sander erzählt von einer Männer-Freundschaft, die in der damaligen DDR beginnt, die aufregende Zeit der Wiedervereinigung durchlebt und irgendwann für einige Zeit zum Stillstand kommt, bis beide wieder aufeinander treffen.

Thomas und Daniel stammen ursprünglich aus Rostock. Nach der Wende verschlägt es beide nach Berlin, wo sie auch in einer gemeinsamen Wohnung leben. Immer wieder aber trennen sich die Wege beider Männer, bis sie sich dann doch wieder kreuzen. Erzählt wird die Geschichte aus Thomas´Sicht. Geschichtliche Ereignisse wie der Terroranschlag 2001 auf das World Trade Center, der G8-Gipfel 2008 in Heiligendamm oder die Aufmärsche der rechten Szene in den Neunziger Jahren, helfen dem Leser sich zeitlich zu orientieren.

Sander beschreibt die Zeiten des Wandels sowohl im historischen, als auch auf seine Protagonisten übertragenen Sinn. Das Ende der DDR ist nah, als Thomas und Daniel sich kennen lernen. Handlungsorte und Lebensgefühl werden durch Sander realistisch und nachvollziehbar vermittelt. Die tiefe Freundschaft seiner Figuren arbeitet der Autor detailreich aus, sodass der Leser einen Eindruck der Intensität bekommt.

Der Fall der Mauer und die damit einhergehenden Veränderungen schildert Sander sachlich und informativ. Für die Handlung selbst und um die Figuren im Ganzen zu begreifen, ist dieser geschichtliche Aspekt nicht ganz unrelevant. Die humorvolle Erzählweise des Autoren macht es leicht, das Buch zu lesen, auch weil sich Sander nicht an Belanglosigkeiten aufhält. Die Figuren blieben für mich bis zum Ende leider zu sehr im Dunkeln. So hätte ich z.B. gern mehr über die aktuellen Umstände von Thomas´Beziehung erfahren und gewusst, was genau in Daniel´s Vergangenheit passiert ist.

Den leichten Schreibstil, der viel Amüsanz birgt, ist sehr gelungen. Das stimmungsvolle und aus meiner Sicht sehr passende Cover, ein echter Hingucker. Ich mag den historischen Hintergrund, der in der Geschichte eine tragende Rolle spielt und auch als Berlinerin fand ich es durchaus spannend, mir die eigene Stadt in anderen Zeiten vorzustellen und viele bekannte Orte literarisch wieder zu entdecken. Leider blieb für mich am Ende vieles offen, was möglicherweise beabsichtigt war, mich aber zu neugierig zurück ließ.

Gregor Sander wurde 1968 in Schwerin geboren. Zunächst machte er Ausbildungen zum Schlosser und Krankenpfleger, ehe er drei Semester Medizin studierte und anschließend mehrere Semester Germanistik und Geschichte. Danach besuchte er die Berliner Journalistenschule. 2002 begann seine literarische Laufbahn. Sander lebt als freier Autor in Berlin.

★ ★ ★


Gregor Sander: Alles richtig gemacht. Roman. Penguin Verlag bei Randomhouse, München 2019. 240 Seiten. 20€.

Moira Frank
Nachtschwärmer / abgebrochen

*Rezensionsexemplar.

Nachtschwärmer ist ein Jugendbuch der deutschen Autorin Moira Frank aus dem Sommer 2019. Veröffentlicht wurde der Titel im cbj-Verlag bei Randomhouse. Die Protagonistin Helena ist siebzehn Jahre alt und auf den Spuren ihres verlorenen Bruders unterwegs. Kurz bevor sie ihn treffen kann, stirbt er jedoch bei einem Verkehrsunfall. 

Helena lebt in Berlin und steht kurz vor ihrer Abitur-Prüfung, von der sie überzeugt ist, sie zu verhauen. Sie führt eine Beziehung mit Ole, einem beliebten Jungen an ihrer Schule. Ihre Mutter hat Helena nie kennen gelernt. Über Facebook hat sie nun aber ihren Bruder Lukas, der in der nahen Uckermark lebt, ausfindig machen können. So erhofft sie sich, diesen und ihre Mutter zeitnah zu treffen. Nach langen Telefonaten mit Lukas, möchten sich die Geschwister nun endlich wahrhaftig begegnen. Doch dann wird Lukas tragisch aus dem Leben gerissen. 

Ich habe hin und her überlegt, ob ich diese Rezension, wenn man sie denn so nennen kann, schreiben soll. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden. Ich habe etwas mehr als die Hälfte des Buches gelesen, 222 Seiten um genau zu sein, und entschieden, an der Stelle abzubrechen. Die Gründe sind nicht schwerwiegend, weshalb es mir nicht leicht gefallen ist. Dennoch habe ich für mich feststellen müssen, dass es einfach nicht mein Buch ist, dass ich mehr erwartet habe oder einfach andere Vorstellungen hatte.

„Ich tauche keuchend aus dem dunklen kalten Wasser zurück an die warme Nacht. Wir schwammen ein Stück raus, weit weg vom Strand, rückten alles in eine andere Perspektive. Der Sternenhimmel über uns war so hell, wie ich vielleicht noch nie einen gesehen hatte.“

Das wunderschöne Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig auf Nachtschwärmer gemacht. Es ist ein Jugendbuch, dass es sich zu lesen sicher lohnt. Handlung und Figuren sind genretypisch, der Erzählstil ist der Zielgruppe angemessen und die Idee ist keine schlechte. Moira Frank hat nach Sturmflimmern ein weiteres Jugendbuch geschrieben, das durch ein auffallend schönes Cover-Motiv und eine weibliche Hauptrolle besticht, die sich mit großen Herausforderungen auseinandersetzen muss.

So weit, so gut. Möglicherweise war meine Wahl etwas leichtsinnig. Zu sehr habe ich mich nach Langem auf ein Jugendbuch gefreut, das packend und spannungsreich ist, mich nachdenklich macht und das ich meinen Lesern vorstellen möchte. Mit den Figuren, inklusive Helena, sowie der gesamten Handlung, konnte ich mich aber nicht identifizieren. Des Weiteren fehlte mir der Glaube daran, dass sich die Geschichte noch großartig entwickeln kann. Was sehr schade ist, weil ich zum Handlungsort, der Uckermark, enge familiäre Beziehungen pflege. Weil ich aber denke, dass eine Rezension authentisch und ehrlich sein sollte, berichte ich über Nachtschwärmer, auch wenn ich es abgebrochen habe.

Die Frage danach, ob es sinnvoll ist, ein Buch bis zur Hälfte zu lesen und dann zu beenden, kann ich nicht für andere beantworten. Ich für mich denke aber, dass es richtig gewesen ist. Denn es warten andere Bücher auf mich, die mir womöglich eher liegen. Ich finde es dennoch schade und hätte gern weitergelesen, sofern mich das Buch im Gesamten mehr angesprochen hätte. Für mich bleibt am Ende zu sagen, dass ich in keineswegs von dem Buch abraten würde, da es durchaus eines ist, das anderen gut gefallen wird. Es ist eine persönliche Meinung, nicht mehr. Somit wird es natürlich nicht in meiner Lesestatistik berücksichtigt und die Wertung entfällt, da ich es aufgrund des vorzeitigen Abbruchs nicht objektiv bewerten kann.

Moira Frank wurde 1993 bei Hamburg geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. 2015 war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkreises. Ihr erster Jugedroman ist Sturmflimmern.

keine Wertung, da Buch abgebrochen


Moira Frank: Nachtschwärmer. Jugendbuch. cbj Verlag bei Randomhouse, München 2019. 400 Seiten. 17€.