Sonntag, Mai 12th 2019

Dolly Alderton
Alles, was ich weiß über die Liebe

Der Roman Alles, was ich weiß über die Liebe ist eine Autobiografie der britischen Journalistin Dolly Alderton. Darin schildert diese ihre Erfahrungen mit schlechten Dates, wilden Partyexzessen, Therapiestunden und der Bedeutung von Freundschaften. Das Buch erschien im Februar 2019 im Verlag Kiepenheuer und Witsch.

Aufgrund des großen Erfolgs des Buches, welches immerhin den National Book Award gewann, hatte ich große Erwartungen an den Inhalt. Den Beginn habe ich als verwirrend und wenig aufklärend empfunden, den Inhalt eher dünn und wenig erkenntnisreich. Alles, was ich weiß über die Liebe war keinesfalls sofort ein Wohlfühlbuch für mich. Hauptsächlich geht es in den ersten Kapiteln um den hohen Alkoholkonsum der Protagonistin, mit welchem sie offensichtlich ihre Verletzlichkeit und nagenden Selbstzweifel wegzuspülen versucht, kurz gesagt: sie durchlebt eine Identitätskrise, wie er in der Adoleszenz nicht unüblich ist.

„Der aufregendste Teil einer Beziehung sind die ersten drei Monate, wenn du noch nicht weißt, ob diese Person dir gehören wird. Ein großartiger, Teil kommt direkt danach, wenn du bereits weißt, dass die Person dir gehört. Den Teil, der ein paar Jahre später folgt, habe ich noch nie erlebt. Offenbar ist er nicht immer aufregend, aber ich habe gehört, dass es der beste sein soll.“

Der Erzählstil ist nicht aussergewöhnlich, dennoch gelingt es Alderton mit ihrem ehrlichen, humorvollen und ganz eigenen Stil sicher besonders junge Leser anzusprechen, da diese sich mit den Erfahrungen der Autorin identifizieren können und sich verstanden fühlen. Die Wichtigkeit von Freundschaft, die Suche nach sich selbst und der großen Liebe machen einen Großteil des Inhaltes aus. Das gewisse Etwas hat für meinen persönlichen Geschmack leider gefehlt. Zwischenzeitlich gab es jedoch starke Momente, in denen das Schreibtalent Aldertons aufblitzen konnte.

Die Trauererfahrung durch den Tod ihrer guten Bekannten und Schwester ihrer besten Freundin Farly sowie die Trennung des langjährigen Partners von eben dieser werden berührend und nahegehend geschildert, sodass es einem als Leser, unabhängig welchen Alters, unweigerlich ans Herz gehen muss. Insgesamt fehlte es mir jedoch an Tiefgründigkeit und Lebensweisheit.

Dolly Aldertonwurde 1988 in England geboren. Sie schreibt u.a. für die Sunday Times oder auch den Daily Telegraph. Neben ihrer Arbeit als Journalistin arbeitet sie als Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihr Debütroman wurde in England sofort ein Bestseller.

★ ★ ★


Dolly Alderton: Alles, was ich weiß über die Liebe. Roman. Everything I Know About Love. Aus dem Englischen von Friederike Achilles. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2019. 336 Seiten. 12.99€.

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Kommentare

  1. Am Sonntag, Mai 12th 2019 Stephie sagt:

    Klingt, ehrlich gesagt, nicht so als könnte mir das Buch gefallen, schade. Nach dem zu urteilen, was du schreibst, werde ich mich so gut wie gar nicht mit der Autorin identifizieren können, was bei fiktiven Werken in der Regel dazu führt, dass mich ein Buch nicht begeistern kann. Insofern vielen Dank für deine aufschlussreiche Rezension.

    1. Am Sonntag, Mai 12th 2019 zeilentaenzer sagt:

      Da kann ich Dir Recht geben, leider ist es auch nicht meins. Freut mich, dass Dich die Rezension überzeugen konnte!

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