Belletristik

Martin Suter
Elefant

*Rezensionsexemplar.

Elefant ist ein Roman vom schweizerischen Autoren Martin Suter. Das Hardcover erschien bereits 2017, das Taschenbuch (in meinem Fall) im Juli 2019. Suter behandelt in diesem Buch ein Experiment der Genforschung und verknüpft dies mit einem obdachlosen Mann, der durch einen rosarot-leuchtenden Elefanten ins Leben zurück findet.

Fritz Schoch ist seit rund neun Jahren obdachlos und lebt in einer Höhle in der Nähe von Zürich. Nach der Trennung von seiner Ehefrau verlor er den Halt und suchte Trost im Alkohol. Schoch hat sich mit seinem gegenwärtigen Dasein arrangiert und scheint die Folgen seiner problematischen Vergangenheit akzeptiert zu haben. Nachdenklich und bescheiden führt er ein Leben im Abseits der Gesellschaft.

„Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.“

Elefant ist ein weiteres Buch von Martin Suter, das ich gelesen habe. Gleich aufgefallen ist mir, dass der Autor sich Zeit lässt, bis er die Geschichte ins Rollen bringt, was für Suter doch eher ungewöhnlich ist. Die Story selbst hat etwas magisches, beinahe märchenhaftes. Ein rosaroter Miniatur-Elefant, der im Dunkeln leuchtet, ist Hauptbestandteil der Erzählung. Die eher behäbig anlaufende Handlung erlaubt es dem Leser, sich auf das einzulassen, was ihn im weiteren Verlauf blüht und lässt ihn nicht völlig ungläubig das Buch aus der Hand zu legen.

Schon zu Beginn der Geschichte werden die knallharten Geschäfte der Genforschung und die damit einhergehende Gier nach Ruhm und Macht deutlich. Ein aktuelles Thema, das hier auf beeindruckende Weise geschildert wird. Fachlich ausgeklügelt und sprachlich auf hohem Niveau beschreibt Suter das Entstehen eines rosa Elefanten und deren Auswirkungen auf seine Umwelt.

Trotz rosarotem Elefant, welcher allein schon eine charmante, zauberhafte Geschichte versprechen sollte, bin ich mit den Figuren und der Handlung leider nie warm geworden. Zumindest nicht so, wie ich es von Suter allgemein hin gewohnt bin. Das mag hauptsächlich daran liegen, dass mir die Story doch zu schräg erschienen ist und mich in Folge dessen nicht hat erreichen können. Dennoch ist die Geschichte als solche durchaus amüsant und raffiniert erzählt und der Schreibstil so einzigartig, wie man ihn von Martin Suter erwartet.

Auch wenn mich Elefant nicht mitreissen konnte, so ist es weit entfernt von einem schlechten Buch.

Martin Suter wurde 1948 in Zürich, Schweiz geboren. Bis ins Jahr 1991 arbeitete er als Werbetexter, um sich danach ganz dem Schreiben zu widmen. Seine Geschichten wurden über den deutschsprachigen Raum hinaus zu großen Erfolgen. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

★ ★


Martin Suter: Elefant. Roman. Diogenes Verlag, Zürich 2019. 352 Seiten. 13€.

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2 Comments

  • Reply Janika 31. Juli 2019 at 9:07 am

    Hallo meine Liebe,
    ich verstehe gut, dass »Elefant« dich nicht vollkommen überzeugen konnte. Allein wegen der Tatsache, dass du dich nicht recht mit den Figuren anfreunden konntest. Wenn es mit den Charakteren und mir schlecht läuft und dann auch noch die Handlung nicht wirklich überzeugt, kann mich das Gesamtpaket meist auch nicht mehr überzeugen. Das ist dann einfach so =)
    Alles Liebe
    Janika

    • Reply Zeilentaenzer 31. Juli 2019 at 6:26 pm

      Das stimmt wohl, ja! Nicht jedes Buch kann überzeugen. Und Authentizität ist mir da einfach das Wichtigste beim Rezensieren!

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