Drei Wochen Urlaub gingen so schnell vorüber. Von Anfang bis Ende August stand mein Jahresurlaub an, den ich vor allem mit meiner Familie verbrachte, was für mich die wertvollste Zeit darstellt. Wenn man selbst weit weg von den Liebsten ist, muss das Zusammensein genossen werden. Ich hatte mir fest vorgenommen, viele Tage auch zum Lesen zu nutzen. Auf langen Zugfahrten, in ruhigen Phasen des Tages oder spontan zwischendurch. Das hat trotz vollgepacktem Terminplan gut funktioniert, sodass ich am Ende fünf Bücher kam (Too late fehlt auf dem Bild).

Melancholie pur

Die Lichter unter uns war mein erstes August-Buch. Geschildert werden die Alltagssorgen zweier Paare und das Verhältnis zu den eigenen Kindern. Die Figuren befinden sich im Italien-Urlaub und versuchen mehr oder minder sich einandern anzunähern. Dabei werden dem Leser Geheimnisse offenbart und Tragödien sichtbar. Ich fand die Geschichte viel zu trübselig und bisweilen vorhersehbar. Die Figuren erleben kaum schöne, stärkende Momente und wenn, dann sind diese nur von kurzer Dauer. Ein nette Lektüre für zwischendurch. Nicht mehr. Mehr könnt hier ihr nachlesen.

Beziehungsthriller

Angefangen hat mein Lesemonat August mit einem buddy-read, gemeinsam mit der lieben Janika. Gelesen haben wir das neue Buch von Coolen Hoover, Too late. Für mich bedeutet das komplettes Neuland, denn es war mein erster Roman der Bestseller-Autorin. Über weite Strecken konnte mich die Geschichte überzeugen. Sie war spannend, abwechslungsreich und authentisch. Sloan ist in einer unglücklichen Beziehung mit dem gefährlichen Psychopathen Asa gefangen und lernt den Polizisten Carter kennen, bei dem sie neuen Mut schöpft. Das Erzählte bewegte mich weite Teile sehr. Nach ca. 300 Seiten aber, gleitet die Story in Absurditäten ab und verliert sich in Inkonsequenz und Logikfehlern. Der Gesamteindruck hat darunter stark gelitten, sodass die Idee Hoovers eine gute bleibt, die Umsetzung, vorwiegend das Ende aber sehr schwach waren. Hier könnt ihr meine Meinung detailliert nachlesen.

Ein gewagtes Experiment

Auf den neuen Roman von Catherine Lacey habe ich mich schon seit Monaten gefreut. Das Girlfriend Experiment war dann aber leider ganz anders als erwartet, was zwar nichts heißen muss, in diesem Falle aber konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Ein gruseliges Experiment wird der Protagonistin Mary zum Verhängnis und bestimmt ihr gesamtes Leben nachhaltig. Den Schreibstil fand ich, wie von Lacey gewohnt, bemerkenswert. Dieser ist auch das Beste am düsteren Dystonie-Roman. Meine Rezension findet ihr hier.

Poetisches Drama

Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt ist ein Roman, den ich im Bloggerportal angefragt habe und an den ich keine großen Erwartungen stellte. In der Geschichte geht es um eine junge Studentin, die sich in einen Kommilitonen verliebt und ihm nach kurzer Zeit hörig zu sein scheint. Er behandelt sie wie seinen Besitz, misshandelt sie und spielt ihr die große Liebe vor. Begleitet wird diese dramatische Handlung von viel Poesie. Er umgarnt sie von Anfang an mit poetischen Worten, die ihr lange imponieren und sie an ihn binden. Dann lernt sie Ilse kennen, die ihr den Mut und das Selbstbewusstsein gibt, sich neu zu erfinden. Die Sprache der schwedischen Schriftstellerin ist hervorzuheben. Mit Wucht und doch mit Feingefühl ist der Roman sprachlich und auch inhaltlich brilliant geschrieben. Mehr hier.

Einundvierzig Jahre danach

Einundvierzig Jahre sind vergangen, seitdem sich Henrik und Konrád das letzte Mal gesehen haben. Genug Zeit für Henrik, endlich zu erfahren, warum sein Jugendfreund spurlos verschwand und was bei dem mysteriösen Jagdausflug geschah. Ich habe mich riesig gefreut, endlich wieder einen Klassiker zu lesen. Der ungarische Autor hat in Die Glut eine beeindruckende Atmosphäre geschaffen, in der sich die ehemaligen Weggefährten begegnen. Die Geschichte liest sich wie ein Monolog, da Henrik Konrád gar nicht die Chance zu geben scheint, sich zu erklären. Setting, Idee und Umsetzung sind aus meiner Sicht sehr gelungen. Hinzu kommt die spannende Historie. Die ganze Rezension könnt ihr hier lesen.

Statistische Werte

Im August habe ich fünf Bücher gelesen. Durchschnittlich habe ich 3,8 Sterne vergeben. 1608 Seiten kamen dabei zustande und gebraucht habe ich im Schnitt 5,0 Tage. Das ist dann tatsächlich noch mal ein neuer persönlicher Höchstwert. 2 Bücher waren im August Rezensionsexemplare und 3 habe ich selbst gekauft. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim btb-Verlag und Randomhouse, sowie dem Aufbau-Verlag.


Welche waren eure Bücher im August?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

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