Bücher, die nachdenklich machen, fesseln und unter die Haut gehen, die einen nicht mehr los lassen und einen besonderen Platz im Herzen einnehmen, das sind ganz besonders wertvolle Werke. Jeder der gern liest, wird Bücher kennen, die ihm besonders wichtig sind, die ihn geprägt haben und die unvergesslich bleiben. Nennen wir sie doch einfach Herzensbücher. Denn so lautet die wunderbare Aktion von Janika und Sabrina. Die Beiden hatten die schöne Idee, ihren Herzensbüchern mehr Raum zu geben. Dieser guten Sache schließe ich mich (endlich) auch an.

Es ist wieder der Zwanzigste des Monats und somit wird es Zeit für ein neues Herzensbuch. Gelesen habe ich es bereits im letzten Sommer nach seinem Erscheinen. Es heisst Als die Tage nach Zimt schmeckten und wurde geschrieben von der iranischen Schriftstellerin Donia Bijan. Diese beschreibt in der Geschichte die Zerrissenheit ihrer Protagonistin Noor, die aus dem Iran stammt, aber mit Beginn in die Volljährigkeit aus ihrem Heimatland in die Vereinigten Staaten immigriert, um dem Terrorregime im Iran zu entfliehen.

„Er atmete tief durch, denn er hatte noch nie so viele Worte an eine Frau gerichtet, und sie wandte sich ab, um ein Lächeln zu verbergen.“

Noor wächst mit ihrem Bruder Mehrdad beim gemeinsamen Vater in Teheran auf. Dieser betreibt dort ein Café von dessen Gerüchen und buntem Treiben Noor von klein auf begeistert ist. Als die Geschwister achtzehn Jahre alt sind, schickt ihr Vater sie in die Vereinigten Staaten zu Verwandten, damit sie dem Terrorregime im Iran entkommen. Für Noor ist ein Weggang aus ihrem Heimatland und weit weg von ihrem Vater zunächst unvorstellbar.

Die Geschichte wird in zwei zeitlichen Ebenen und drei Perspektiven erzählt. So werden neben Noor auch die Gedanken und Erlebnisse von ihrem Vater Zod und ihrer Tochter Lily offenbart. Zu Letzterer hat sie ein schwieriges Verhältnis, das von Spannungen geprägt ist. Ihren Vater vermisst Noor sehr. Im Iran muss sie feststellen, dass ihre Sehnsüchte nach Familie und Zugehörigkeit zwar gestillt, aber auch alte und neue Ängste geschürt werden.

Mich hat das Buch sehr berührt und mir den einen oder anderen sentimentalen Moment beschert. Die Figuren sind mir äußerst nah gegangen, die Handlung ist spannend, faktenreich und warmherzig. Besonders das Café Leila wurde authentisch dargestellt. Man konnte den Safran und den Zimt praktisch schmecken. Des Weiteren wurde dem Leser durch das Café auch die persische Kultur näher gebracht. Ein Generationen übergreifendes Wohlfühlbuch, das mit auf die Reise nimmt.

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Teilnahmebedingungen im Überblick

# Die Herzensbücher werden immer zum 20. des Monats auf dem Blog, bei Instagram oder Twitter vorgestellt

# Jeder Teilnehmer beschreibt, warum gerade dieses Buch ein Herzensbuch für ihn ist

# Der Beitrag sollte maximal 500 Wörter haben

# Janika und Sabrina sollten als Gründerinnen natürlich im Beitrag verlinkt werden

Mehr Herzensbücher

Haunted Cupcake, Zeilenwanderer, ReadEatLive


Donia Bijan: Als die Tage nach Zimt schmeckten. Roman. Last Days of Café Leila. Aus dem Englischen von Susanne Goga-Klinkenberg. Ullstein Verlag, Berlin 2018. 384 Seiten. 11€.

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