Freitag, Januar 11th 2019

Svenja Gräfen
Das Rauschen in unseren Köpfen

Der Roman Das Rauschen in unseren Köpfen von Svenja Gräfen erschien im Frühjahr 2017 im Ullstein-Verlag als Hardcover. Die Paperback-Variante ist seit Dezember 2018 erhältlich. Die Autorin erzählt darin von Lene und Hendrik, der ersten großen Liebe und was sie mit uns macht.

Lene lebt gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hannah in einer Wohngemeinschaft in Berlin. Sie hat liebevolle Eltern, ein enges Verhältnis zu ihrem Bruder und einen langjährigen Freundeskreis, der ihr Halt bietet. Hendrik scheint Lenes Glück perfekt zu machen. Kaum sind sie sich begegnet, können sie nicht mehr ohne einander. Ihre Liebe gleicht einem Rausch, aus dem es auszubrechen immer schwerer wird.

Das Rauschen in unseren Köpfen beschreibt auf eindringliche Weise die große Liebe auf Zeit. Gräfen bedient sich einer kunstvollen, temporeichen Sprache und setzt dabei auf sanfte Töne. Hendrik ist die erste große Liebe für Lene. Er gibt ihr das Gefühl sie zu vervollkommnen, eine Einheit darzustellen. Für ihn scheint die Bindung zu Lene existenziell. Immer wieder wird Hendrik von seiner familiären Vergangenheit und seiner ehemaligen Partnerin Klara eingeholt.

„Vielleicht war es nämlich kein Unterschied, sondern eine Entwicklung, vielleicht waren nicht wir anders, sondern bloß die Zeit.“

Hendrik verliert im Jugendalter seinen Vater und lebt fortan mit seiner Mutter und ihrem neuen Partner in der Nähe von Hamburg. In der Schule fällt er anschließend durch Prügeleien und seine aufmüpfige Art auf. Das wiederum führt zu einem immer schlechter werdenden Verhältnis zu seinem Stiefvater. An seinem achtzehnten Geburtstag packt Hendrik seine Sachen, fährt zum Bahnhof mit dem Ziel, den nächsten Zug zu nehmen, gleichgültig, wohin dieser fährt. Als Hendrik schließlich in Berlin landet, findet er innerhalb weniger Stunden ein WG-Zimmer und jobbt anschließend in einer Bar.

Lene verbringt den Großteil ihres Lebens mit ihrer liebevollen Familie und ihrer besten Freundin Hannah. Als diese mit ihrem Bruder anbandelt und Lene Hendrik kennen lernt, entfernen sich die Freundinnen voneinander. Hannah zieht in eine andere WG und Lene mit Hendrik zusammen. Sie feiern Studentenpartys mit Freunden, führen tiefgründige Diskussionen im angetrunkenen Zustand und intensivieren ihr Miteinander mehr und mehr.

Gräfen schreibt in einer aussergewöhnlich schönen Sprache. Sie bedient sich poetischer Elemente und lässt ihren Leser durch die Geschichte treiben. Ihre Figuren zeichnet sie sehr menschlich, sehr verletzlich und der Inhalt kommt ohne Kitsch aus. Viel mehr beschreibt Gräfen die Herausforderungen einer Beziehung von jungen Menschen in der heutigen Zeit, sie erzählt vom Festhalten und vom Loslassen, von der Macht der Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf das Jetzt.

Eine Liebesgeschichte die berauscht, verzaubert und auf den Boden holt. Eine beeindruckende, intensive und anmutige Sprache. Ein Buch das perfekt in unsere Zeit passt.

Svenja Gräfen wurde 1990 in Rheinland-Pfalz geboren. Sie ist Schriftstellerin, Poetry-Slammerin und feministische Aktivistin. Sie ist Alfred-Döblin-Stipendiatin der Akademie der Künste Berlin. Das Rauschen in unseren Köpfen ist ihr erster Roman. Die Autorin lebt in Berlin und Leipzig.

★ ★ ★ ★ ★


Svenja Gräfen: Das Rauschen in unseren Köpfen. Roman. Ullstein Buchverlage, Berlin 2018. 240 Seiten. 11€.

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Kommentare

  1. Am Freitag, Januar 11th 2019 Lisa Marie sagt:

    Hallo meine Liebe,

    ich hoffe dir geht es gut und, dass du gut ins neue Jahr gerutscht bist? 🙂

    Der Buchtitel hört sich schon sehr interessant an. Ich lese gern solche Liebesgeschichten und werde mir das Buch gleich mal vormerken.

    Liebe Grüßchen
    Lisa Marie

    1. Am Freitag, Januar 11th 2019 Zeilentänzerin sagt:

      Das bin ich! Du auch, hoffe ich?! Ich mag Liebesgeschichten eigentlich gar nicht so gern, aber gekoppelt mit ein bisschen Drama, gehts dann gut =)

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