Lesemonat

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Lesemonat
Juli 2019

Der achte Monat hat begonnen und das bedeutet, dass es wieder Zeit wird für einen Leserückblick. Im Juli stand bei mir sehr viel an, vor allem beruflich aber auch privat, sodass ich über vier Bücher nicht hinaus gekommen bin. Da ich im August drei Wochen Urlaub habe und viel am hin- und herreisen bin, dürfte der aktuelle Monat lesereicher ausfallen. 

Eine Familientragödie 

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich endlich, endlich Was ich euch nicht erzählte von Celeste Ng gelesen. Dabei geht es um ein junges Mädchen, Lydia, das 1977 verschwindet und deren Leiche wenig Tage später aus dem Wasser gezogen wird. Die Familie scheint daran zu zerbrechen. Die Geschichte spielt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart, weshalb es Ng gelingt, den Leser langsam aber sicher auf die Fährte zu locken. Denn unklar ist, warum Lydia starb und ob es Selbstmord oder ein Verbrechen war. Keine leichte Kost. Eine Tragödie, die einem ans Herz geht. Hier seht ihr meine Rezension. 

Den Alltag meistern

Buch Nummer zwei im Juli war Gemischte Gefühle von Katherine Heiny. Ein Beziehungsroman oder eine Familiengeschichte. Beides ist wohl zutreffend. Graham ist mit der fünfzehn Jahre jüngeren Audra verheiratet, die auch bei Fremden sehr offenherzig mit ihren Gedanken ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Beide haben einen Sohn, Matthew, welcher Autist ist und sich leidenschaftlich für Origami begeistert. Die Schriftstellerin schreibt humorvoll und amüsant, aber auch mit dem nötigen Ernst von einer Familie, die den Alltag zu meistern versucht. Besonders den Herausforderungen, denen sich Graham und Audra als Paar stellen müssen, werden deutlich. Ein gefühlvolles, herzerwärmendes Buch. Mehr gibts hier.

Rosarot und leuchtend

Es wurde wieder einmal Zeit für Martin Suter, genau genommen für seinen Bestseller Elefant. Wie der Titel vermuten lässt, geht es um das Tier selbst, welches in dieser Geschichte dem Obdachlosen Schoch in Form eines Miniatur-Tiers in rosarot begegnet und im Dunkeln leuchtet. Neben der sehr rührenden Handlung rund um einen Mann, der wieder mehr Lebenssinn findet, geht es vor allem auch um Gentechnologie und deren Auswirkungen. Suter schreibt gewohnt ansprechend und fachlich versiert. Die Story aber konnte mich trotz Elefant nicht überzeugen. Warum, das lest ihr hier

Wichtig, aufklärend, mutig

Warum so viel Hass von Leïla Slimani stand auch schon lange auf meiner Liste, denn die in diesem Band veröffentlichten Essays und Kolumnen der gefeierten Autorin, beschäftigen sich mit aktuellen Themen wie Fremdenhass und Fanatismus. Klug, mutig und aufklärend berichtet die frazösisch-marokkanische Schriftstellerin, das Nationalität kein Verdienst ist und wir lernen müssen aufeinander zuzugehen. Dabei benennt sie schonungslos, was in unserer Welt schief läuft und regt zum Nachdenken an. Ich kann die Texte von Slimani nur jedem ans Herz legen. Sie schreibt grandios! Die Rezension gibts hier

Statistische Werte

Der Juli hielt also vier Bücher für mich bereit. Die durchschnittliche Sterne-Wertung lag bei 3,9. Gelsen habe ich an der Zahl 1049 Seiten und benötigte für ein Buch im Schnitt 6,0 Tage, was Höchstwert ist. Unter meinen Juli-Büchern waren 2 Rezensionsexemplare dabei und somit 2 selbst gekaufte. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Diogenes-Verlag und bei Randomhouse.


Und nun erzählt mir, was ihr gelesen habt!

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

 

Lesemonat
Juni 2019

Etwas spät, aber er kommt : mein Leserückblick für den Juni. In den vergangenen vier Wochen bin ich auf vier Bücher gekommen, zwei weniger als vorgenommen. Dennoch bin ich ganz zufrieden mit meiner Ausbeute, denn von meinen geplanten 60 Büchern in diesem Jahr habe ich bereits 32 gelesen, sodass ich doch ganz gut in der Zeit liege. Ihr könnt mir gern mal verraten, ob ihr auch an einer Lese-Challenge teilnehmt und welches euer Ziel ist.

Ein französischer Klassiker

Zeit für etwas Klassisches! Ich freue mich immer ganz besonders, wenn ich ein Stückchen klassische Literatur lesen durfte und Bonjour tristesse zähle ich zweifelsohne dazu, denn der Roman, welcher von der Französin Françoise Sagan 1953 geschrieben wurde, war ein Welterfolg und wurde mehrfach neu aufgelegt und in zig Sprachen übersetzt. Mir gefiel das sich langsam anbahnende Desaster und die leichte, feinfühlige Sprache. Eine Siebzehnjährige möchte ihren Vater und dessen Partnerin auseinander bringen, weil sie sich davon erhofft, ihr altes Leben zurück zu bekommen. Was zunächst gemein klingt, hat doch seine Ursachen. Ein, aus meiner Sicht, grandioses Buch, das ich hier rezensiert habe.

Die Bauhaus-Jahre

Ein sehr bewegendes, weil historisch wichtiges Buch, ist Blaupause von Theresia Enzensberger. Geschildert werden in dem Roman die Anfänge des Bauhauses in Weimar und Dessau. Der Leser erfährt vieles über die Hintergründe der geschichtsträchtigen Zwanzigerjahre und lernt die Bauhausszene und seine prägendsten Persönlichkeiten kennen. Protagonistin des Buches ist Louise, eine junge Studentin aus Berlin, die ab 1921 in Weimar studiert und sich ganz dem Bauhaus verschreibt. Neben der Architektur- und Kunstszene, wird ihre Welt immer mehr vom – noch leise – aufkommenden Fachismus überschattet. Hier könnt ihr mehr nachlesen. 

 

Eine wieder mal grandiose Slimani

Sie ist eine meiner Lieblingsautorinnen – Leïla Slimani! Nachdem ich 2017 ihr Debüt Dann schlaf auch Du verschlungen habe, hat es viel zu lang gedauert, bis ich Sex und Lügen las, welches mich auch überzeugen konnte. In ihrem aktuellen Buch All das zu verlieren – ebenfalls wieder ein Roman, überzeugt sie durch Authentizität und Menschlichkeit. Ihre Protagonistin polarisiert, ohne Frage, schließlich begeht sie mehrfachen Ehebruch, indem sie ein ausschweifendes Sexualleben mit anderen Männern führt und zuerst an eigene Bedürfnisse denkt. Und dennoch erwischt man sich dabei, dass sie in einem Mitgefühl und Verständnis weckt. Slimani beschreibt auf grobe, aber menschliche Weise die Abgründe einer weiblichen Seele. Hier meine Rezension.

Wenn Liebe krank macht

Mein letztes Buch im Juni war – mal wieder – ein Thriller, nämlich The Couple – Ihre Liebe ist vorbei, ihr Spiel hat erst begonnen von Araminta Hall. Auf knapp 500 Seiten beschreibt die Autorin, welche an der Universität Brighton Kreatives Schreiben lehrt, die Beziehung eines Paares, das sich kürzlich getrennt hat. Mike kann sich nicht damit abfinden, das seine Freundin Verity Schluss gemacht hat. Deshalb glaubt er fest daran, dass sich alles nur um ein Spiel handle, in welchem er seine er Ex-Freundin zurückgewinnen soll. All das endet in einer Katastrophe. Heftig, zermürbend und psychologisch gut durchdacht. Ein spannender Thriller. Auch hier gibt es bereits meine Rezension

Statistische Werte

Im Juni habe ich also vier Bücher gelesen, die mir durchweg gut gefallen haben. So kam eine durchschnittliche Wertung von 4,3 Sternen zustande. So kann ein erfolgreicher Lesemonat doch aussehen! 1070 Seiten habe ich insgesamt gelesen. Für jeden Buch brauchte ich im Schnitt 3,3 Tage. 2 von den gelesenen Büchern waren Rezensionsexemplare, habe ich selbst gekauft. Ich bedanke mich bei Florian Valerius von der Buchhandlung Stephanus in Trier für Bonjour tristesse – mein Book Blind Date Juni, sowie für Blaupause, welches ich vorletzten Monat zugesendet bekam. Hier wurde mein Geschmack voll und ganz getroffen. Danke! Des Weiteren danke ich Randomhouse, dem Heyne-Verlag und Luchterhand.


Was habt ihr so gelesen und welches sind eure Highlights?

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Mai 2019

Es ist wieder Zeit für einen Leserückblick, denn der Mai ist auch wieder Vergangenheit. Im Gegensatz zu den eher schwachen Lesemonaten März und April ging es im Mai zumindest etwas aufwärts. Ich war zu Beginn durch eine fette Leseflaute geplagt, sodass es sehr langsam voran ging. Gegen Ende aber konnte ich dann noch einige Bücher lesen und hatte wieder viel Freude daran.

Sex, Drugs & Rock´n Roll

. . . diese ersten Worte fallen mir zu Alles, was ich weiß über die Liebe von der britischen Journalistin Dolly Alderton ein. In ihrem ersten Buch beschreibt diese ihre Findungsphasen während der Adoleszenz, den Wert von Freundschaften, nagende Selbstzweifel und die ersten Erfahrungen mit Männern. Ich konnte nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in die Geschichte hinein finden, wurde aber nie ganz warm mit dem Buch. Der Schreibstil ist nicht besonders und es wird keine Story sein, die mir lange im Gedächtnis bleibt. Dennoch verbergen sich wichtige Messages in den Gedanken der Autorin, die besonders für sehr junge Menschen spannend sein könnten. Hier könnt ihr nochmal im Detail nachlesen.

Erschreckend realistisch 

Mein zweites Buch im Mai war das lang ersehnte So schöne Lügen von Tara Isabella Burton, welches seit Anfang des Jahres in meinem Regal stand. Durch die Sperrfrist, die bis Mitte Mai galt, musste ich mich nun in Geduld üben. Es geht darin um die Beziehung zweier sehr unterschiedlicher junger Frauen, die sich in New York kennen lernen und fortan den größten Teil ihres Lebens miteinander verbringen. Louise ist eher schüchtern und hat wenig Geld, während Lavinia die extrovertierte Dramaqueen ist, die im Luxus lebt. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass die „Freundschaft“ vor allem durch Macht und Kontrolle geprägt ist, sodass es ein schockierendes Ende nehmen muss. Mir haben sowohl die Charaktere als auch die Story selbst sehr gefallen. Ein wirklich böses Buch! Hier mehr zu meiner Meinung. 

Englische Küstenstadt

Ein kleiner Küstenort in Cornwall, England. In St. Piran leben genau dreihundertsieben Menschen die vorwiegend als Fischer, Dorflehrer und Strandgutsammler tätig sind.  Eines Tages wird ein Wal gesichtet und ein Unbekannter am Strand angespült, der den Bewohnern zunächst Rätsel aufgibt. Ein absolutes Wohlfühlbuch, dass ich jedem ans Herz legen kann. Das Setting ist traumhaft, die Figuren sehr sympathisch und die Handlung besticht durch kluge und menschliche Dialoge. Meine Rezension findet ihr hier.

 

Drei Frauen, drei Geschichten

Auch habe ich nun endlich, endlich Der Zopf von Laetitia Colombani gelesen. Darin schildert die Autorin die Geschichten dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und an Wendepunkten in ihrem Leben stehen. Smita, die mit ihrer Tochter Lalita in Indien lebt und ihrem leidvollen Leben zu entfliehen versucht, Sarah aus Kanada, die sich als erfolgreiche Geschäftsfrau einen Namen gemacht hat und sich nun mit einer schweren Diagnose auseinandersetzen muss und Giulia aus Italien, die den Betrieb ihres verstorbenen Vaters zu retten versucht. Wunderschön geschrieben. Sehr emphatisch, einfühlsam und kurzweilig. Unbedingt lesenswert. Hier lest ihr, warum.

Immer wieder nachts

Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf werdet ihr sicher alle mehr oder weniger kennen. Erzählt wird von zwei Siebzigjährigen, die seit Jahrzehnten in der gleichen Nachbarschaft leben, sich aber kaum kennen. Addie und Louis sind verwitwet und führen ein einsames Leben. Bis eines Tages Addie die Idee hat, dass Louis sie nächtlich besuchen könnte um zu reden und Zweisamkeit zu teilen. Mich hat die Geschichte so sehr berührt, dass ich das Buch schon jetzt zu einem meiner Highlights in diesem Jahr zähle. Meine ganze Rezension gibts hier

Statistische Werte

Der Lesemonat Mai war, wie eingangs erwähnt, schon erfolgreicher als die acht Wochen zuvor. Das lag an meiner überstandenen Leseflaute und diesen fünf Büchern. Gelesen habe ich im letzten Monat 1631 Seiten und habe im Schnitt 3,5 Sterne vergeben. Gebraucht habe ich durchschnittlich 3,5 Tage für ein Buch. Drei der fünf Bücher habe ich selbst gekauft und zwei waren Rezensionsexemplare. Ich bedanke mich an dieser Stella natürlich wieder bei den Verlagen, welche mir Bücher zur Verfügung gestellt haben. Das sind in diesem Fall der Fischer- und der Dumont-Verlag, danke!


Jetzt bin ich gespannt auf euren Lesemonat Mai!

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen