Sonntag, Juni 2nd 2019

Lesemonat
Mai 2019

Es ist wieder Zeit für einen Leserückblick, denn der Mai ist auch wieder Vergangenheit. Im Gegensatz zu den eher schwachen Lesemonaten März und April ging es im Mai zumindest etwas aufwärts. Ich war zu Beginn durch eine fette Leseflaute geplagt, sodass es sehr langsam voran ging. Gegen Ende aber konnte ich dann noch einige Bücher lesen und hatte wieder viel Freude daran.

Sex, Drugs & Rock´n Roll

. . . diese ersten Worte fallen mir zu Alles, was ich weiß über die Liebe von der britischen Journalistin Dolly Alderton ein. In ihrem ersten Buch beschreibt diese ihre Findungsphasen während der Adoleszenz, den Wert von Freundschaften, nagende Selbstzweifel und die ersten Erfahrungen mit Männern. Ich konnte nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in die Geschichte hinein finden, wurde aber nie ganz warm mit dem Buch. Der Schreibstil ist nicht besonders und es wird keine Story sein, die mir lange im Gedächtnis bleibt. Dennoch verbergen sich wichtige Messages in den Gedanken der Autorin, die besonders für sehr junge Menschen spannend sein könnten. Hier könnt ihr nochmal im Detail nachlesen.

 

Erschreckend realistisch 

Mein zweites Buch im Mai war das lang ersehnte So schöne Lügen von Tara Isabella Burton, welches seit Anfang des Jahres in meinem Regal stand. Durch die Sperrfrist, die bis Mitte Mai galt, musste ich mich nun in Geduld üben. Es geht darin um die Beziehung zweier sehr unterschiedlicher junger Frauen, die sich in New York kennen lernen und fortan den größten Teil ihres Lebens miteinander verbringen. Louise ist eher schüchtern und hat wenig Geld, während Lavinia die extrovertierte Dramaqueen ist, die im Luxus lebt. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass die „Freundschaft“ vor allem durch Macht und Kontrolle geprägt ist, sodass es ein schockierendes Ende nehmen muss. Mir haben sowohl die Charaktere als auch die Story selbst sehr gefallen. Ein wirklich böses Buch! Hier mehr zu meiner Meinung. 

 

Englische Küstenstadt

Ein kleiner Küstenort in Cornwall, England. In St. Piran leben genau dreihundertsieben Menschen die vorwiegend als Fischer, Dorflehrer und Strandgutsammler tätig sind.  Eines Tages wird ein Wal gesichtet und ein Unbekannter am Strand angespült, der den Bewohnern zunächst Rätsel aufgibt. Ein absolutes Wohlfühlbuch, dass ich jedem ans Herz legen kann. Das Setting ist traumhaft, die Figuren sehr sympathisch und die Handlung besticht durch kluge und menschliche Dialoge. Meine Rezension findet ihr hier.

 

 

Drei Frauen, drei Geschichten

Auch habe ich nun endlich, endlich Der Zopf von Laetitia Colombani gelesen. Darin schildert die Autorin die Geschichten dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und an Wendepunkten in ihrem Leben stehen. Smita, die mit ihrer Tochter Lalita in Indien lebt und ihrem leidvollen Leben zu entfliehen versucht, Sarah aus Kanada, die sich als erfolgreiche Geschäftsfrau einen Namen gemacht hat und sich nun mit einer schweren Diagnose auseinandersetzen muss und Giulia aus Italien, die den Betrieb ihres verstorbenen Vaters zu retten versucht. Wunderschön geschrieben. Sehr emphatisch, einfühlsam und kurzweilig. Unbedingt lesenswert. Hier lest ihr, warum.

 

Immer wieder nachts

Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf werdet ihr sicher alle mehr oder weniger kennen. Erzählt wird von zwei Siebzigjährigen, die seit Jahrzehnten in der gleichen Nachbarschaft leben, sich aber kaum kennen. Addie und Louis sind verwitwet und führen ein einsames Leben. Bis eines Tages Addie die Idee hat, dass Louis sie nächtlich besuchen könnte um zu reden und Zweisamkeit zu teilen. Mich hat die Geschichte so sehr berührt, dass ich das Buch schon jetzt zu einem meiner Highlights in diesem Jahr zähle. Meine ganze Rezension gibts hier

 

Statistische Werte

Der Lesemonat Mai war, wie eingangs erwähnt, schon erfolgreicher als die acht Wochen zuvor. Das lag an meiner überstandenen Leseflaute und diesen fünf Büchern. Gelesen habe ich im letzten Monat 1631 Seiten und habe im Schnitt 3,5 Sterne vergeben. Gebraucht habe ich durchschnittlich 3,5 Tage für ein Buch. Drei der fünf Bücher habe ich selbst gekauft und zwei waren Rezensionsexemplare. Ich bedanke mich an dieser Stella natürlich wieder bei den Verlagen, welche mir Bücher zur Verfügung gestellt haben. Das sind in diesem Fall der Fischer- und der Dumont-Verlag, danke!


Jetzt bin ich gespannt auf euren Lesemonat Mai!

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

Mittwoch, Mai 1st 2019

Lesemonat
April 2019

Obwohl in den letzten Wochen viel mehr Rezensionen folgen sollten, sind es kaum Beiträge geworden. Ich war und bin zum Teil sehr unzufrieden mit meinen Beiträgen, insbesondere was die Fotos anbelangt, sodass ich gerade dabei bin einiges zu ändern. Zudem gab es beim Umzug zu WordPress einige Probleme beim Importieren der Dateien weswegen ich in den nächsten Tagen und Wochen damit beschäftigt sein werde, die Fehler zu beheben. Gelesen habe ich im April leider auch kaum, da ich über Ostern bei meiner Familie war, mein Freund anschließend bei mir und ich aufgrund dessen nicht zum Lesen kam. Enttäuscht bin ich darüber allerdings nicht, denn Familienzeit geht vor. In Zahlen waren es in den letzten vier Wochen gerade mal drei Werke, darunter ein Hörspiel.

Ein Jugendthriller

Ein Jugendbuch habe ich wirklich lange nicht gelesen, was auch daran liegt, dass es nicht meine bevorzugten Bücher sind. Dennoch mache ich hin und wieder gerne einen Ausflug in dieses Genre und habe deshalb Und dann weiss jeder, was ihr getan habt von Christian Linker gelesen. Anfänglich konnte mich die Geschichte gar nicht packen. Die Jugendsprache hat mich ziemlich genervt und mir fehlte der Anspruch. Allerdings hat sich dies dann doch rasant geändert und am Ende war ich mehr als angetan. Die Rezension dazu folgt.

 

Vom Leben mit der Angst

Das ist gleichsam Teil des Buchtitels von Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt. Die Journalistin thematisiert in ihrem Debütroman ihre generalisierte Angststörung und die damit einhergehenden Probleme, zeigt aber auch Chancen auf, sich selbst besser kennen zu lernen und sich mit dieser psychischen Erkrankung anzunehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie belastend Panikattacken sein können und bin vom Buch vollkommen überzeugt, denn es macht einen Unterschied, ob ein Betroffener selbst berichtet oder jemand lediglich von seinem auswendig gelernten theoretischen Wissen berichtet. Hier folgt die ganze Rezension.

 

Mörderisches für die Ohren

Nachdem ich Mörderinnen und Mörder von Veikko Bartel gelesen und für sehr gut befunden hatte, wollte ich mehr über diese Thema erfahren. Mein erstes Hörspiel nach einer gefühlten Ewigkeit war 9 1/2 perfekte Morde vom Rechtsanwalt Alexander Stevens. Dieser berichtet höchstpersönlich von wahren Fällen und stellt zu Beginn die Frage, ob es den perfekten Mord wirklich gibt. Ich hatte das Hörspiel schnell durch und fand es meist spannend und informativ.

 

 

Die statistischen Werte

Mein Lesemonat April kommt an den März nicht heran. Wie oben erwähnt sind es leider nur drei Bücher geworden. Gelesen habe ich 512 Seiten und fünf Stunden gehört. Im Schnitt habe ich 2,7 Tage für ein Buch benötigt. 4,3 vergebene Sterne sind es geworden und unter den drei Büchern war ein Rezensionsexemplar. Ein Buch habe ich zudem gekauft und das Hörspiel geliehen. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle beim dtv Verlag für das Rezensionsexemplar zu Und dann weiss jeder, was ihr getan habt.


War euer April lesereicher?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

Dienstag, April 2nd 2019

Lesemonat
März 2019

Auch mein Geburtsmonat März ist in 2019 schon wieder Geschichte. In den letzten Wochen habe ich mehr lesen können als im letzten Monat und das, obwohl beruflich und privat vieles anstand. Auch wenn ich nicht um sechs Bücher hinaus gekommen bin, ist das für mich eine absolut vertretbare Zahl. Aufgrund unserer Fernbeziehung können mein Freund und ich uns nur alle zwei Wochen sehen, weswegen die Zeit natürlich ihm gehört und auch an den anderen freien Tagen habe ich mich eher mit anderen Dingen als dem Lesen beschäftigt. Da ich aber unter der Woche mit den offentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und viele Warte- und Pausenzeiten überbrücken „muss“, war dennoch ausreichend Zeit.

Rosen und Lyrik

Sehr gefreut habe ich mich auf Des Sommers letzte Rosen. Die 100 beliebtesten Gedichte der Deutschen aus dem C.H. Beck Verlag. Lange schon habe ich keine Lyrik mehr gelesen, obwohl ich sie sehr gerne mag. In diesem sehr hübsch gestalteten Werk, welches von Dirk Ippen herausgegeben wurde, finden sich Texte von Goethe, Schiller, Heine oder Rilke. Insgesamt konnte mich die Sammlung überzeugen, auch wenn ich den Titel irreführend finde. Dazu mehr in meiner Rezension.

 

 

Macht Liebe blind?

Mein Highlight im März war ohne Zweifel Blinde Liebe von William Boyd aus dem Kampa-Verlag. Darin erzählt der Autor die Geschichte des erfolgreichen Klavierstimmers Brodie Moncur, der das absolute Gehör hat. In der Zeit zwischen 1894 – 1906 begleiten wir den jungen Mann, welcher sich in die Sängerin Lika verliebt und ihr vollkommen verfällt. Auch Lika selbst ist Brodie zugetan. Das Problem: Lika ist die Lebensgefährten des gefeierten Pianisten und Geschäftspartner Brodies, John Kilbarron. Es beginnt eine schwere Zeit für das junge Paar. Ich mochte neben der unterhaltsamen Geschichte vor allem, dass es in den musikalisch bedeutsamen Städten zu Beginn des 20. Jahrhundert spielt. Meine Rezension hier.

 

Falscher Glanz

Weiter ging es im dritten Monat des Jahres mit dem Debüt der jungen Autorin Irene Diwiak, Liebwies. Dabei handelt es sich um ein satirisches Werk, welches während des 1. und 2. Weltkriegs in Österreich spielt. Neben der zeitlichen Parallele zu Blinde Liebe, haben beide Bücher auch die Musik als Grundthematik gemeinsam. Zudem spielen talentfreie Charaktere eine Rolle, denen es dennoch gelingt im Rampenlicht zu stehen, während die wirklichen Könner im Hintergrund bleiben. Den Schreibstil und die Figuren gefielen mir hier sehr, manche Szenen waren für meine Begriffe etwas zu sehr in die Länge gezogen. Rein thematisch aber ein Buch, welches zum Nachdenken anregt und mich oft hat Schmunzeln lassen. Auch hierzu gibt es bereits eine Rezension.

 

Autobiografisch

… fand ich Deine Stimme in meinem Kopf von Emma Forrest aus dem Deuticke-Verlag. Was genau mir die Autorin mit ihrem Buch sagen will, bleibt für mich schleierhaft. In ihrem Buch berichtet die Autorin von ihren Angstzuständen, ihren suizidalen Gedanken, gescheiterten Selbstmordversuchen und großem Liebeskummer. Dabei kommt vor allem ihr Therapeut nicht zu kurz, welcher ihr neuen Lebensmut gibt. Rein thematisch hat mich das Buch sehr angesprochen. Die Umsetzung allerdings gefiel mir zu keiner Zeit. Meine Rezension folgt.

 

 

Warum Männer morden

Der ehemalige Strafverteidiger Veikko Bartel konnte mich mit seinem ersten Band Mörderinnen aus dem Mosaik-Verlag fangen, in welchem er reale Mordfälle aus seiner beruflichen Praxis schildert, in denen Frauen die Täter sind. Wie unschwer zu erahnen sein dürfte, sind es in Mörder die Männer, die morden. Bartel beleuchtet die Hintergründe der Tat und bringt dem Leser die Beweggründe seiner Angeklagten näher. Auch diesen Teil fand ich wieder sehr spannend und schockierend geschrieben, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Meine Rezension könnt ihr hier nachlesen.

 

Meine erste Ferrante

Endlich, endlich kann ich sagen, dass ich ein Buch der wunderbaren Elena Ferrante gelesen habe. Frau im Dunkeln aus dem Suhrkamp-Verlag war mein persönliches Debüt der Italienerin, welches mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Die Protagonistin Leda verbringt einen Urlaub an der süditalienischen Küste. Dort möchte sie zur Ruhe kommen und für sich sein. Schon nach kurzer Zeit gerät sie in einen Strudel, welcher das Idyll verdüstern lässt. Auch hier wird es in Kürze eine Rezension geben.

 

 

 

Die statistischen Werte

Der März war buchtechnisch wie erwähnt erfolgreicher als der Februar. Ich konnte mich auf sechs Bücher verbessern und bin ganz zufrieden mit meiner Ausbeute. Gelesen habe ich 1740 Seiten und brauchte im Schnitt 4,2 Tage für ein Buch. Genau wie im Gebruar habe ich auch im März durchschnittlich 3,8 Sterne vergeben. Ganze fünf Rezensionsexemplare waren in diesem Monat dabei und nur ein Buch habe ich selbst gekauft. Es waren einfach so viele spannende Bücher dabei, die ich angefragt habe. Das soll sich im April aber wieder etwas entspannen. Am Ende möchte ich dem Diogenes-, dem Kampa-, dem C.H. Beck- und dem Mosaik-Verlag sowie Bloggerportal für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare danken.


Welche sind eure März-Bücher?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

@zeilentaenzer_org