Mittwoch, September 4th 2019

Lesemonat
August 2019

Drei Wochen Urlaub gingen so schnell vorüber. Von Anfang bis Ende August stand mein Jahresurlaub an, den ich vor allem mit meiner Familie verbrachte, was für mich die wertvollste Zeit darstellt. Wenn man selbst weit weg von den Liebsten ist, muss das Zusammensein genossen werden. Ich hatte mir fest vorgenommen, viele Tage auch zum Lesen zu nutzen. Auf langen Zugfahrten, in ruhigen Phasen des Tages oder spontan zwischendurch. Das hat trotz vollgepacktem Terminplan gut funktioniert, sodass ich am Ende fünf Bücher kam (Too late fehlt auf dem Bild).

 

Melancholie pur

Die Lichter unter uns war mein erstes August-Buch. Geschildert werden die Alltagssorgen zweier Paare und das Verhältnis zu den eigenen Kindern. Die Figuren befinden sich im Italien-Urlaub und versuchen mehr oder minder sich einandern anzunähern. Dabei werden dem Leser Geheimnisse offenbart und Tragödien sichtbar. Ich fand die Geschichte viel zu trübselig und bisweilen vorhersehbar. Die Figuren erleben kaum schöne, stärkende Momente und wenn, dann sind diese nur von kurzer Dauer. Ein nette Lektüre für zwischendurch. Nicht mehr. Mehr könnt hier ihr nachlesen.

 

Beziehungsthriller

Angefangen hat mein Lesemonat August mit einem buddy-read, gemeinsam mit der lieben Janika. Gelesen haben wir das neue Buch von Coolen Hoover, Too late. Für mich bedeutet das komplettes Neuland, denn es war mein erster Roman der Bestseller-Autorin. Über weite Strecken konnte mich die Geschichte überzeugen. Sie war spannend, abwechslungsreich und authentisch. Sloan ist in einer unglücklichen Beziehung mit dem gefährlichen Psychopathen Asa gefangen und lernt den Polizisten Carter kennen, bei dem sie neuen Mut schöpft. Das Erzählte bewegte mich weite Teile sehr. Nach ca. 300 Seiten aber, gleitet die Story in Absurditäten ab und verliert sich in Inkonsequenz und Logikfehlern. Der Gesamteindruck hat darunter stark gelitten, sodass die Idee Hoovers eine gute bleibt, die Umsetzung, vorwiegend das Ende aber sehr schwach waren. Hier könnt ihr meine Meinung detailliert nachlesen.

 

Ein gewagtes Experiment

Auf den neuen Roman von Catherine Lacey habe ich mich schon seit Monaten gefreut. Das Girlfriend Experiment war dann aber leider ganz anders als erwartet, was zwar nichts heißen muss, in diesem Falle aber konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Ein gruseliges Experiment wird der Protagonistin Mary zum Verhängnis und bestimmt ihr gesamtes Leben nachhaltig. Den Schreibstil fand ich, wie von Lacey gewohnt, bemerkenswert. Dieser ist auch das Beste am düsteren Dystonie-Roman. Meine Rezension findet ihr hier.

 

 

Poetisches Drama

Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt ist ein Roman, den ich im Bloggerportal angefragt habe und an den ich keine großen Erwartungen stellte. In der Geschichte geht es um eine junge Studentin, die sich in einen Kommilitonen verliebt und ihm nach kurzer Zeit hörig zu sein scheint. Er behandelt sie wie seinen Besitz, misshandelt sie und spielt ihr die große Liebe vor. Begleitet wird diese dramatische Handlung von viel Poesie. Er umgarnt sie von Anfang an mit poetischen Worten, die ihr lange imponieren und sie an ihn binden. Dann lernt sie Ilse kennen, die ihr den Mut und das Selbstbewusstsein gibt, sich neu zu erfinden. Die Sprache der schwedischen Schriftstellerin ist hervorzuheben. Mit Wucht und doch mit Feingefühl ist der Roman sprachlich und auch inhaltlich brilliant geschrieben. Mehr hier.

 

Einundvierzig Jahre danach

Einundvierzig Jahre sind vergangen, seitdem sich Henrik und Konrád das letzte Mal gesehen haben. Genug Zeit für Henrik, endlich zu erfahren, warum sein Jugendfreund spurlos verschwand und was bei dem mysteriösen Jagdausflug geschah. Ich habe mich riesig gefreut, endlich wieder einen Klassiker zu lesen. Der ungarische Autor hat in Die Glut eine beeindruckende Atmosphäre geschaffen, in der sich die ehemaligen Weggefährten begegnen. Die Geschichte liest sich wie ein Monolog, da Henrik Konrád gar nicht die Chance zu geben scheint, sich zu erklären. Setting, Idee und Umsetzung sind aus meiner Sicht sehr gelungen. Hinzu kommt die spannende Historie. Die ganze Rezension könnt ihr hier lesen.

 

Statistische Werte

Im August habe ich fünf Bücher gelesen. Durchschnittlich habe ich 3,8 Sterne vergeben. 1608 Seiten kamen dabei zustande und gebraucht habe ich im Schnitt 5,0 Tage. Das ist dann tatsächlich noch mal ein neuer persönlicher Höchstwert. 2 Bücher waren im August Rezensionsexemplare und 3 habe ich selbst gekauft. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim btb-Verlag und Randomhouse, sowie dem Aufbau-Verlag.


Welche waren eure Bücher im August?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

Samstag, August 3rd 2019

Lesemonat
Juli 2019

Der achte Monat hat begonnen und das bedeutet, dass es wieder Zeit wird für einen Leserückblick. Im Juli stand bei mir sehr viel an, vor allem beruflich aber auch privat, sodass ich über vier Bücher nicht hinaus gekommen bin. Da ich im August drei Wochen Urlaub habe und viel am hin- und herreisen bin, dürfte der aktuelle Monat lesereicher ausfallen. 

 

Eine Familientragödie 

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich endlich, endlich Was ich euch nicht erzählte von Celeste Ng gelesen. Dabei geht es um ein junges Mädchen, Lydia, das 1977 verschwindet und deren Leiche wenig Tage später aus dem Wasser gezogen wird. Die Familie scheint daran zu zerbrechen. Die Geschichte spielt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart, weshalb es Ng gelingt, den Leser langsam aber sicher auf die Fährte zu locken. Denn unklar ist, warum Lydia starb und ob es Selbstmord oder ein Verbrechen war. Keine leichte Kost. Eine Tragödie, die einem ans Herz geht. Hier seht ihr meine Rezension. 

 

Den Alltag meistern

Buch Nummer zwei im Juli war Gemischte Gefühle von Katherine Heiny. Ein Beziehungsroman oder eine Familiengeschichte. Beides ist wohl zutreffend. Graham ist mit der fünfzehn Jahre jüngeren Audra verheiratet, die auch bei Fremden sehr offenherzig mit ihren Gedanken ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Beide haben einen Sohn, Matthew, welcher Autist ist und sich leidenschaftlich für Origami begeistert. Die Schriftstellerin schreibt humorvoll und amüsant, aber auch mit dem nötigen Ernst von einer Familie, die den Alltag zu meistern versucht. Besonders den Herausforderungen, denen sich Graham und Audra als Paar stellen müssen, werden deutlich. Ein gefühlvolles, herzerwärmendes Buch. Mehr gibts hier.

 

Rosarot und leuchtend

Es wurde wieder einmal Zeit für Martin Suter, genau genommen für seinen Bestseller Elefant. Wie der Titel vermuten lässt, geht es um das Tier selbst, welches in dieser Geschichte dem Obdachlosen Schoch in Form eines Miniatur-Tiers in rosarot begegnet und im Dunkeln leuchtet. Neben der sehr rührenden Handlung rund um einen Mann, der wieder mehr Lebenssinn findet, geht es vor allem auch um Gentechnologie und deren Auswirkungen. Suter schreibt gewohnt ansprechend und fachlich versiert. Die Story aber konnte mich trotz Elefant nicht überzeugen. Warum, das lest ihr hier

 

Wichtig, aufklärend, mutig

Warum so viel Hass von Leïla Slimani stand auch schon lange auf meiner Liste, denn die in diesem Band veröffentlichten Essays und Kolumnen der gefeierten Autorin, beschäftigen sich mit aktuellen Themen wie Fremdenhass und Fanatismus. Klug, mutig und aufklärend berichtet die frazösisch-marokkanische Schriftstellerin, das Nationalität kein Verdienst ist und wir lernen müssen aufeinander zuzugehen. Dabei benennt sie schonungslos, was in unserer Welt schief läuft und regt zum Nachdenken an. Ich kann die Texte von Slimani nur jedem ans Herz legen. Sie schreibt grandios! Die Rezension gibts hier

 

Statistische Werte

Der Juli hielt also vier Bücher für mich bereit. Die durchschnittliche Sterne-Wertung lag bei 3,9. Gelsen habe ich an der Zahl 1049 Seiten und benötigte für ein Buch im Schnitt 6,0 Tage, was Höchstwert ist. Unter meinen Juli-Büchern waren 2 Rezensionsexemplare dabei und somit 2 selbst gekaufte. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Diogenes-Verlag und bei Randomhouse.


Und nun erzählt mir, was ihr gelesen habt!

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

 

Mittwoch, Juli 3rd 2019

Lesemonat
Juni 2019

Etwas spät, aber er kommt : mein Leserückblick für den Juni. In den vergangenen vier Wochen bin ich auf vier Bücher gekommen, zwei weniger als vorgenommen. Dennoch bin ich ganz zufrieden mit meiner Ausbeute, denn von meinen geplanten 60 Büchern in diesem Jahr habe ich bereits 32 gelesen, sodass ich doch ganz gut in der Zeit liege. Ihr könnt mir gern mal verraten, ob ihr auch an einer Lese-Challenge teilnehmt und welches euer Ziel ist.

Ein französischer Klassiker

Zeit für etwas Klassisches! Ich freue mich immer ganz besonders, wenn ich ein Stückchen klassische Literatur lesen durfte und Bonjour tristesse zähle ich zweifelsohne dazu, denn der Roman, welcher von der Französin Françoise Sagan 1953 geschrieben wurde, war ein Welterfolg und wurde mehrfach neu aufgelegt und in zig Sprachen übersetzt. Mir gefiel das sich langsam anbahnende Desaster und die leichte, feinfühlige Sprache. Eine Siebzehnjährige möchte ihren Vater und dessen Partnerin auseinander bringen, weil sie sich davon erhofft, ihr altes Leben zurück zu bekommen. Was zunächst gemein klingt, hat doch seine Ursachen. Ein, aus meiner Sicht, grandioses Buch, das ich hier rezensiert habe.

 

Die Bauhaus-Jahre

Ein sehr bewegendes, weil historisch wichtiges Buch, ist Blaupause von Theresia Enzensberger. Geschildert werden in dem Roman die Anfänge des Bauhauses in Weimar und Dessau. Der Leser erfährt vieles über die Hintergründe der geschichtsträchtigen Zwanzigerjahre und lernt die Bauhausszene und seine prägendsten Persönlichkeiten kennen. Protagonistin des Buches ist Louise, eine junge Studentin aus Berlin, die ab 1921 in Weimar studiert und sich ganz dem Bauhaus verschreibt. Neben der Architektur- und Kunstszene, wird ihre Welt immer mehr vom – noch leise – aufkommenden Fachismus überschattet. Hier könnt ihr mehr nachlesen. 

 

Eine wieder mal grandiose Slimani

Sie ist eine meiner Lieblingsautorinnen – Leïla Slimani! Nachdem ich 2017 ihr Debüt Dann schlaf auch Du verschlungen habe, hat es viel zu lang gedauert, bis ich Sex und Lügen las, welches mich auch überzeugen konnte. In ihrem aktuellen Buch All das zu verlieren – ebenfalls wieder ein Roman, überzeugt sie durch Authentizität und Menschlichkeit. Ihre Protagonistin polarisiert, ohne Frage, schließlich begeht sie mehrfachen Ehebruch, indem sie ein ausschweifendes Sexualleben mit anderen Männern führt und zuerst an eigene Bedürfnisse denkt. Und dennoch erwischt man sich dabei, dass sie in einem Mitgefühl und Verständnis weckt. Slimani beschreibt auf grobe, aber menschliche Weise die Abgründe einer weiblichen Seele. Hier meine Rezension.

 

Wenn Liebe krank macht

Mein letztes Buch im Juni war – mal wieder – ein Thriller, nämlich The Couple – Ihre Liebe ist vorbei, ihr Spiel hat erst begonnen von Araminta Hall. Auf knapp 500 Seiten beschreibt die Autorin, welche an der Universität Brighton Kreatives Schreiben lehrt, die Beziehung eines Paares, das sich kürzlich getrennt hat. Mike kann sich nicht damit abfinden, das seine Freundin Verity Schluss gemacht hat. Deshalb glaubt er fest daran, dass sich alles nur um ein Spiel handle, in welchem er seine er Ex-Freundin zurückgewinnen soll. All das endet in einer Katastrophe. Heftig, zermürbend und psychologisch gut durchdacht. Ein spannender Thriller. Auch hier gibt es bereits meine Rezension

 

Statistische Werte

Im Juni habe ich also vier Bücher gelesen, die mir durchweg gut gefallen haben. So kam eine durchschnittliche Wertung von 4,3 Sternen zustande. So kann ein erfolgreicher Lesemonat doch aussehen! 1070 Seiten habe ich insgesamt gelesen. Für jeden Buch brauchte ich im Schnitt 3,3 Tage. 2 von den gelesenen Büchern waren Rezensionsexemplare, habe ich selbst gekauft. Ich bedanke mich bei Florian Valerius von der Buchhandlung Stephanus in Trier für Bonjour tristesse – mein Book Blind Date Juni, sowie für Blaupause, welches ich vorletzten Monat zugesendet bekam. Hier wurde mein Geschmack voll und ganz getroffen. Danke! Des Weiteren danke ich Randomhouse, dem Heyne-Verlag und Luchterhand.


Was habt ihr so gelesen und welches sind eure Highlights?

*Die Rechte an den Bildern liegen bei den jeweiligen Verlagen

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